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3. Quartal 2012


Im Blickpunkt: Südostasien. Die EAZA-Kampagne 2012/2013   11.09.2012

Die EAZA, der europäische Dachverband der Zoos und Aquarien, vertritt und verbindet mehr als 300 Mitgliedsorganisationen in 35 Ländern. Die Aufgabe der EAZA ist es, die Zusammenarbeit der Europäischen Zoos und Aquarien bei der Erreichung ihrer Bildung-, Forschungs- und Naturschutzziele zu fördern. Seit 2000 ruft die EAZA jährlich Kampagnen aus, deren Ziel es ist, Artenschutzprojekte für eine bestimmte Tierart, Tiergruppe oder sogar eine ganze Region zu unterstützen.
Im Fokus der EAZA-Kampagne 2012/2013 steht die, durch den illegalen Wildtierhandel bedrohte, Tierwelt Südostasiens. Die Kampagne widmet sich nicht nur den großen, weltbekannten Tierarten. Sie möchte vor allem auch auf kleinere, unbekanntere Tierarten aufmerksam machen, die in ihrem Lebensraum genauso gefährdet sind und kurz vor der Ausrottung stehen. Diese Arten spielen häufig eine wichtige Rolle für den Erhalt und die Stabilität der Ökosysteme.
Denn Südostasien ist nicht nur eine der artenreichsten Regionen der Erde, sondern auch die Region mit einer der größten und schnellsten Artenverlustraten der Welt.
Eine der wichtigsten Gefahren für die Artenvielfalt in der Region ist der illegale Wildtierhandel. Neben Drogen- und Waffenhandel ist der Wildtierhandel einer der drei größten illegalen Geschäfte weltweit, mit einem geschätzten Umsatz von 18 bis 26 Milliarden Euro jährlich. Die Tiere Südostasiens werden aus unterschiedlichsten Gründen gejagt – wegen ihres Fleisches, für die traditionelle Medizin oder den Haustierhandel. Die Folgen sind verheerend: Allein in Vietnam sind während der letzten 40 Jahre 12 Wirbeltierarten ausgerottet worden, 200 Vögel und 120 andere Tierarten sind zumindest aus manchen Regionen komplett verschwunden.
Auch die akute Lebensraumzerstörung gefährdet das Überleben der südostasiatischen Artenvielfalt und hat viele Arten an den Rand des Aussterbens gebracht.
Die EAZA Kampagne wurde im Gegensatz zu den vorangegangenen Kampagnen auf zwei Jahre ausgelegt. Sie hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt 750.000 € für südostasiatische Artenschutzprojekte einzuwerben und damit einen wichtigen Betrag zum Erhalt der Artenvielfalt unseres Planeten zu leisten.

Seit ihrer Gründung engagiert sich die Stiftung Artenschutz für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Arten in dieser Region. Als EAZA- Mitglied nimmt auch sie an der EAZA-Kampagne teil.


Jede siebte Vogelart weltweit gefährdet   11.09.2012

bereits ausgestorben, meldet die Vogelschutzorganisation BirdLife International. Vor allem in tropischen Ländern, aber auch in den Wäldern Madagaskars oder Südostasiens leben überdurchschnittlich viele bedrohte Vögel. Auch in Nordeuropa ist die Bestandsentwicklung besorgniserregend.
Das ist das Ergebnis der von der NABU im Sommer 2012 in Berlin vorgestellten Roten Liste für alle Vogelarten der Erde. Diese Liste wird alle vier Jahre von BirdLife International, dem Dachverband des NABU, herausgegeben. „Seit Jahren verschlechtert sich die Situation der weltweiten Vogelbestände“, warnt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Dem Bericht zufolge findet der Artenrückgang vor allem in den tropischen Wäldern in einem so großen Ausmaß statt, der bislang nicht vermutet wurde. Allein im Amazonasgebiet sei das Risiko auszusterben für fast 100 Vogelarten erheblich gestiegen. Insbesondere der Lebensraumverlust, vor allem die Rodung für den Sojaanbau oder die Rinderzucht bringt ohnehin gefährdete Vogelarten an ihre Existenzgrenzen. Der NABU appelliert daher an Brasiliens Präsidentin das neue brasilianische Waldgesetz nicht aufzuweichen.
Auch in Nordeuropa geben die Entwicklungen Grund zur Sorge – so nimmt an der Ostsee die Zahl der überwinternden Eisenten drastisch ab. Inzwischen überwintern hier eine Million Tiere weniger als vor 20 Jahren. Als Gründe nennt der NABU unzureichenden Meeresschutz in den Rastgebieten, Stellnetzfischerei und mögliche Klimaveränderungen in den Brutgebieten.
Auch in Deutschland ist die Situation besorgniserregend, vor allem für die Vogelarten des Grünlandes. Denn der Umbruch von Grünland zu Acker und die Intensivierung der Nutzung auf den verbleibenden Flächen verkleinern den Lebensraum für einst typische Wiesenvögel wie Kiebitz, Bekassine und Großer Brachvogel. Laut NABU ist inzwischen zum Beispiel der Kampfläufer als Brutvogel beinahe verschwunden und auch die Uferschnepfe ist in ihrem Bestand innerhalb von 50 Jahren um mehr als zwei Drittel eingebrochen. Die gute Nachricht: Wirkungsvolle Managementpläne für die Schutzgebiete und gezielte Artenschutzmaßnahmen können diese Entwicklung rückläufig machen. Es konnten bereits einzelne, vormals bedrohte, Vogelarten in der Roten Liste herabgestuft werden. So hat sich in Deutschland der Bestand des Seeadlers durch konkrete Schutzmaßnahmen so stark erholt, dass er nicht mehr auf der Roten Liste vertreten ist.
Quelle: NABU (dpa)



Entwarnung: Kein Chytridpilz beim Alpensalamander   11.09.2012

Frosch, Lurch & Co drohen auszusterben, denn seit Jahren wird weltweit ein erschreckender Rückgang der Amphibienpopulationen beobachtet. Mittlerweile gehören Amphibien zu den gefährdetsten Tiergruppen der Welt – jede dritte Art ist vom Aussterben bedroht.
Zu den Hauptursachen für das weltweite Amphibiensterben wird die Ausbreitung einer tödlichen Krankheit verantwortlich gemacht. Die Chytridiomykose, verursacht durch den Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis, ruft bei den betroffenen Amphibien irreparable neurologische Schädigungen hervor und kann in kürzester Zeit ganze Populationen auslöschen.
Die tödliche Krankheit verbreitet sich rasant und der Erreger wurde bereits auf allen Kontinenten, auf denen Amphibien leben, nachgewiesen. Mittlerweile sind mehr als 400 Amphibienarten weltweit infiziert, die meisten Fälle sind aus Nord- und Südamerika, Australien und Südeuropa bekannt. Inzwischen wurde der Chytridpilz auch in Deutschland und in der Schweiz nachgewiesen.
Vor Kurzem wurden die Ergebnisse einer Studie vorgelegt, die neue Erkenntnisse über die Verbreitung des tödlichen Erregers in Europa bringen sollte. Dr. Benedikt Schmidt von der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch) untersuchte die Zusammenhänge zwischen klimatischen Faktoren und der Infektionsstärke
und -häufigkeit mit dem Chytridpilz beim Alpensalamander. Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass der Alpensalamander durch die Ausbreitung der Chytridiomykose gefährdet ist. Zum einen befindet sich sein natürlicher Lebensraum in einer Region, deren klimatische Bedingungen einen Ausbruch der Krankheit begünstigen. Dies wurde zumindest in Spanien nachgewiesen – je höher das Gebirge, desto kränker die Amphibien. Zum anderen wurde bei dem artverwandten Feuersalamander eine erhöhte, durch den Chytridpilz bedingte, Sterblichkeit nachgewiesen.
Für die Studie, gefördert durch den Amphibienfonds der Stiftung Artenschutz und des VDZ, wurden insgesamt 310 Tiere aus neun separaten Populationen auf eine Infektion getestet. Das Ergebnis: Bei keinem der untersuchten Tiere konnte der tödliche Erreger nachgewiesen werden.
Die Abwesenheit des Erregers könnte vielfältige Ursachen haben. Allerdings ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass der Alpensalamander aufgrund einer angeborenen Immunität, hervorgerufen durch bestimmte pilzhemmende Peptide oder Mikroorganismen, gegen die Chytridpilze resistent ist. Eine solche Immunität konnte bereits bei anderen Amphibienarten festgestellt werden.


Stiftung Artenschutz intensiviert Kooperation mit dem Deutschen Wildgehege Verband e.V. (DWV)   11.09.2012

Die Stiftung Artenschutz und der Deutsche Wildgehege- Verband e.V. (DWV) wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Deshalb hat der Vorstand der Stiftung gemeinsam mit dem DWV-Vorsitzenden Eckhard Wiesenthal am 07.06.2012 ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Mit dieser Kooperationsvereinbarung haben der DWV und die Stiftung Artenschutz offiziell ihre gegenseitige Unterstützung sowohl bei der Koordination und Finanzierung von Artenschutzprojekten als auch in der Öffentlichkeitsarbeit zugesagt.

Die Vereinbarung dient dem Ziel gemeinsam den Natur- und Artenschutzgedanken in der Fachwelt und in der Öffentlichkeit zu fördern.

Der Deutsche Wildgehege-Verband e.V. ist eine Fachorganisation von etwa 160 Mitgliedern, die nahezu alle großen und wichtigen privaten, kommunalen und staatlichen Wildgehege der verschiedensten Art in der Bundesrepublik Deutschland mit einer ungefähren Gesamtfläche von rund 25.000 ha repräsentiert. Zu seinen Aufgaben gehört die Förderung für den Schutz bedrohter Tierarten sowie die Mitwirkung bei der Erhaltung und Regeneration von den natürlichen Lebensräumen.



2. Quartal 2012


Amphibien-Fonds-Ausschreibung/call for proposals   28.04.2012

Die Zoodachverbände im deutsprachigen Raum setzen sich aufgrund des stetigen globalen Rückgangs der Amphibien mit einem gemeinsamen Amphibienprogramm langfristig für den Schutz dieser Tiergruppe ein. Die Stiftung Artenschutz hat hierzu das Sonderkonto "Amphibien-Fonds" eingerichtet, aus dem Projekte für den Schutz, die Erforschung und die Erhaltungszucht von Amphibien gefördert werden. Durch den gemeinsamen Einsatz mehrerer Partner kann viel bewegt werden!

Die Auswahl der Projekte trifft die Stiftung Artenschutz gemeinsam mit den Zooverbänden.

Auch im Jahr 2012 können sich Amphibienschützer und Wissenschaftler für die Förderung durch den Amphibien-Fonds bewerben. Hier finden Sie den Auschreibungstext.



1. Quartal 2012


„Tiefe Wasser sterben still“ Neues Buch unterstützt die Stiftung Artenschutz   22.03.2012

Über 70 Prozent der Oberfläche der Erde sind von Wasser bedeckt. Meere, Seen und Flüsse sind Inspiration, Erholungsraum, Schwimm-, Spaßraum und Ruhepol zugleich. Wasser ist die Quelle jeglichen Lebens - in ihm, von ihm, auf ihm und an ihm leben unzählige Arten. Das neu erschienene Buch „Tiefe Wasser sterben still“ (ISBN 978-3-86991-473-2) nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die (Unter-)Wasserwelten rund um den Globus, zu Walen und Korallen, in die Tiefsee, den Golfstrom, die Salaren der Anden ebenso, wie in die afrikanischen Savannen, den Tümpel um die Ecke oder den Rhein. Lyrik, Kurzprosa, Zeichnungen und Fotografien ergänzen die Reise und erzählen spannende Geschichten rund um das Blaue Element. Geschichten, die zum Schutz motivieren, informieren und sowohl kreativ als auch informativ sind.

Der komplette Erlös aus dem Verkauf des Buches kommt der Stiftung Artenschutz zugute.



Nachruf   22.03.2012

Mit tiefstem Bedauern und größter Bestürzung teilen wir mit, dass Elżbieta Anna Bieńkowska-Handschuh, Leiterin der Tierpflegerabteilung in ACCB, in der Nacht zum ersten Weihnachtstag (25.12.2011) unerwartet an Herzversagen verstarb. Unsere geliebte Ela wurde nur 32 Jahre alt. Die Beisetzung fand am 16.01.2012 in ihrem Heimatland Polen statt.
Ela war eine besonders talentierte Tierpflegerin und eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Zusammen mit Projektleiter Markus Handschuh, mit dem sie erst seit drei Monaten verheiratet war, trug sie maßgeblich zu den herausragenden Haltungs- und Zuchterfolgen im ACCB bei.
Ela widmete ihr Leben der Tierwelt und dem Naturschutz. Ihr außerordentliches Engagement und ihr Lebenswerk sind für uns ein bleibendes Vermächtnis.

Wir alle, die Ela jemals gekannt haben, werden sie zutiefst vermissen.



Geierschutz im ACCB   22.03.2012

Im Jahr 2004 hat die "Wildlife Conservation Society" (WCS) in Kooperation mit einem Zusammenschluss internationaler NGOs (BirdLife International & RSPB und WWF) und den beiden verantwortlichen kambodschanischen Regierungs-behörden (Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei und das Umweltministerium) das "Cambodia Vulture Conservation Project" ins Leben gerufen. Das von der Stiftung Artenschutz geförderte „Angkor Centre for Conservation of Biodiversity“ (ACCB) wurde 2007 offizieller Partner des Geier-Projektes und engagiert sich seitdem aktiv für den Schutz und die Wiederherstellung der Geierpopulationen in Kambodscha.
Teil des Engagements zum Schutz dieser gefährdeten Vogelgruppe ist die jährliche Teilnahme am „Vulture Awareness Day“– dem Internationalen Geiertag – einem international koordinierten Tag, an dem zahlreiche Organisationen, Vereine und zoologische Einrichtungen teilnehmen. Der Vulture Awareness Day wurde ins Leben gerufen, um auf die Probleme dieser oft missverstandenen und zu unrecht missachteten Tiergruppe aufmerksam zu machen und wird jedes Jahr am ersten Samstag im September gefeiert.
In 2011 jährte sich der Internationale Geiertag zum dritten Mal. Zu diesem Anlass besuchten ACCB-Mitarbeiter zwei Schulen und eine Universität und hielten Vorträge vor etwa 150 Teilnehmern unterschiedlichen Alters. Die Präsentationen, ein Video über „Geierrestaurants“ (semi-permanente Stationen, an denen Futter für Geier ausgelegt wird) und verschiedene Spiele mit Umweltthematik sollten die Schüler und Studenten auf die Geierproblematik aufmerksam machen und sie für den Schutz dieser Tiergruppe begeistern.

Seit Begin der 90er Jahre sind asiatische Geierpopulationen, vor 20 Jahren noch die häufigste Großgreifvogelgruppe der Welt, zusammengebrochen. Die Ursache für den katastrophalen Rückgang liegt in dem entzündungshemmenden Mittel Diclofenac – die Medizin wird kranken Rindern verabreicht und die Vögel geraten mit dem Medikament in Berührung, wenn sie die Kadaver behandelter Nutztiere fressen. Der Wirkstoff ist für die Geier hoch toxisch und führt binnen weniger Tage zum tödlichen Nierenversagen.
In Kambodscha liegen die Gründe für den im Laufe des 20 Jahrhunderts stetigen Rückgang der Geier woanders, da Diclofenac hier nicht verfügbar ist. Der die kleine Geierpopulation von wenigen hundert Vögeln am meisten limitierende Faktor ist geringe Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der starken Reduzierung wilder Huftierbestände durch Überjagung und die geringe Zahl von unbewacht frei gehaltenen Rindern.
Heute beherbergen die sommergrünen, offenen Dipterocarpus-Wälder in den nördlichen und westlichen Ebenen von Kambodscha einige der letzten stabilen, weltweit bedeutsamen Populationen der drei dort brütenden, kritisch bedrohten Geierarten (Bengal-, Schmalschnabel- und Kahlkopfgeier). Als Partner im "Cambodia Vulture Conservation Project" engagiert sich das ACCB aktiv für den Schutz dieser Vögel. Das Cambodia Vulture Conservation Project wurde im Jahr 2004 gestartet. Nach einer anfänglichen Phase mit Grundlagenforschung wurde ein Aktionsplan für den Schutz und zur Wiederherstellung der Geierpopulation in Kambodscha erstellt. Diese Empfehlungen werden seither umgesetzt. Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Unterhalt von Geier-Restaurants um zusätzliche Nahrung bereitzustellen und um Populationsmonitoring und jährliche Bestandszählungen zu ermöglichen, auf der Horstsuche und -bewachung sowie auf der regelmäßigen Überprüfung der Verfügbarkeit von Diclofenac im Lande durchzuführen.



ACCB - Ein neues Zuhause für die Schuppentiere   22.03.2012

Die größte Bedrohung für asiatische Schuppentiere ist der illegale Tierhandel zur Verwendung ihres Fleisches als teure Delikatesse und ihrer Schuppen zur Herstellung von Tonika in der asiatischen traditionellen Medizin, vor allem in China. Aufgrund des resultierenden extremen Jagddrucks sind die asiatischen Schuppentierpopulationen katastrophal zurück-gegangen und alle drei Arten mussten auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN hochgestuft werden. So auch das Malaiische Schuppentier, welches nun als stark gefährdet (endangered) eingestuft ist. Obwohl die Tiere in praktisch allen Ländern innerhalb ihres Verbreitungsgebietes unter gesetzlichem Schutz stehen und der internationale Handel durch CITES untersagt ist, werden sie weiterhin extrem stark bejagt.

Im Jahr 2004 baute das ACCB eine spezielle Anlage für die Haltung und Zucht dieser gefährdeten Tiere – die erste solche Anlage in der Region. Das erste beschlagnahmte Malaiische Schuppentier wurde im Jahr 2005 im ACCB aufgenommen, das Weibchen „Ping“, welches von Tierhändlern beschlagnahmt und im ACCB von Hand aufgezogen wurde. Im Juli feierte Ping ein besonderes Jubiläum: sie wurde 2222 Tage alt (6 Jahre 1 Monat und 1 Tag). Ein Rekord, denn noch nie hat ein Malaiisches Schuppentier länger als zwei, drei Jahre in Gefangenschaft überlebt. Schuppentiere sind extrem schwer zu halten – sie sind extrem stressanfällig und fressen außerdem mehrere hundert Gramm Ameisen pro Nacht.
Heute leben in der Schuppentieranlage drei Malaiische Schuppentiere – Ping und zwei Männchen. Um mehr Platz für die Verpaarung von Ping und dem älteren Maennchen sowie zur Haltung von mehr dieser gefährdeten Tiere zu schaffen, wurde vor Kurzem die Fläche der Anlage um das Dreifache vergrößert. An zwei Seiten der bereits existierenden, vollstaendig überdachten Anlage wurde ein nicht überdachter Außenbereich mit jeweils vier neuen Gehegen angebaut. Die Hälfte der Kosten wurde von Conservation International (CI) getragen.

Derzeit wird außerdem ein Infrarot-Überwachungskamera-System installiert, um die nachtaktiven, einzelgängerisch lebenden Tiere während der Verpaarung rund um die Uhr überwachen zu können, ohne sie zu stören.



Von Bäumen und Primaten – Gibbons und Languren genießen ein neues Zuhause    22.03.2012

Früher waren sie Gefangene. Sie wurden als Haustiere gehalten und verbrachten die meiste Zeit entweder in kleinen Käfigen oder angebunden an kurzen Ketten. Doch jetzt dürfen sie ihre neue Freiheit genießen. Zwei neue offene Anlagen mit großen Bäumen, jede ca. 0,5 ha groß und nur von einem Elektrozaun umgeben – das ist das neue Zuhause von zwei Kappengibbons und vier Indochinesische Silberlanguren.

Um die Primaten stressfrei in die neuen, großzügig angelegten Freianlagen umzustellen, wurden die Tiere in ihren alten Gehegen zunächst darauf trainiert, Transportkäfige zu betreten. In den neuen Freianlagen angekommen, verbrachten die Tiere zur Eingewöhnung einige Zeit in einem Gehege innerhalb der Freianlage. Hier wurden sie an das Klingeln einer kleinen Glocke zur Fütterungszeit gewöhnt, um den Tierpflegern zu ermöglichen, sie auf Kommando zurück ins Gehege zu holen, wenn dies nötig ist, zum Beispiel bei Wartungsarbeiten am Elektrozaun. Die Türen des Innengeheges können von außerhalb der Freianlage geöffnet und geschlossen werden.

Der Kappengibbon und der Indochinesische Langur sind zwei vom Aussterben bedrohte (endangered) Primatenarten mit Hauptverbreitung in Kambodscha westlich des Mekongs sowie in kleinen Gebieten im Südosten Thailands und im südwestlichen Laos. Beide Arten gehen aufgrund Lebensraumzerstörung sowie Bejagung stark zurück.
Nur sehr wenige Indochinesische Silberlanguren werden in zoologischen Einrichtungen gehalten und derzeit existiert kein Zuchtprogramm für diese Art. Das ACCB-Team hofft, in Zukunft Languren-Nachwuchs zu bekommen und damit einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung durch Zucht in Menschenobhut zu leisten.

Wir danken dem Hauptsponsor, Schellenberg Stiftung (Deutschland), die den Bau der Freianlagen ermoeglicht hat. Weitere finanzielle Unterstützung erhielt das ACCB vom Twycross Zoo Conservation Welfare Fund (Vereingtes Königreich), vom Zoo Zürich (Schweiz) und vom Zoo Asson (Frankreich).

Angkor Centre for Conservation of Biodiversity


CBLCP - Village meetings   22.03.2012

Nur wer seine Umwelt kennt, weiß sie zu schätzen und wird sie schützen. Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit ist somit der Schlüssel zum Erfolg eines jeden Schutzprojektes.
Dieser verantwortungsvollen Aufgabe haben sich auch die Mitarbeiter des Cat Ba Langur Conservation Project (CBLCP) gestellt. Seit kurzem organisieren sie in Zusammenarbeit mit dem Cat Ba Nationalpark regelmäßige Treffen mit den lokalen Einwohnern der Insel. Diese Dorftreffen haben zum einen das Ziel, die lokale Bevölkerung über die Notwendigkeit einer nachhaltigen und verantwortungs-bewussten Nutzung der Wälder und Waldressourcen (z.B. Heilpflanzen) aufzuklären. Zum anderen sollen die „village meetings“ zu mehr Akzeptanz der schon seit Jahren laufenden Schutzmaßnamen beitragen.

Die Dorftreffen finden in den abendlichen Stunden statt. Dabei lernen die Teilnehmer anhand verschiedener Übungen zum Thema „Wald“, welche Bedeutung Wälder und Waldnutzung haben. Auch die Anwesenheit einiger Ranger aus dem Cat Ba Nationalpark hilft dabei, die Funktion und die Bedeutung der lokalen Behörden zu verdeutlichen.
Das Interesse an den Veranstaltungen ist groß. Viele Dorfbewohner nehmen an den Treffen teil und beteiligen sich aktiv an den Diskussionsrunden. Aufgrund der guten Resonanz und der positiven Ergebnisse ist es geplant, die Dorftreffen auch in Zukunft weiterzuführen und auszubauen.

Hier geht es zum Projekt


Amur-Leopard: Ein neues Team im Einsatz gegen die Wilderer   22.03.2012

Vor einigen Monaten wurde ein neues „Grenz-Team“ eigens zum Schutz der Amur-Leoparden gegründet. Das Team besteht aus fünf Inspektoren aus der Strafverfolgungsbehörde der Schutzgebiete Kedrovaya Pad und Leopardovy Zakaznik. Die Inspektoren sollen in Zukunft die Grenzen der Schutzgebiete überwachen um illegale Aktivitäten zu unterbinden. Bei ihren Einsätzen werden sie auch die erst vor Kurzem eingeführte Software MIST anwenden – eine Datenbank zur Erfassung und Analyse von Wilderei-Aktivitäten, die die Effektivität der Patrouillen optimieren soll.
Für die Kontrollgänge im schwierigen Gelände stehen dem Team bereits zwei Fahrzeuge und ein Geländewagen Yamaha Grizzly zur Verfügung, doch Einiges wird noch benötigt. Der Direktor von Kedrovaya Pad hat schon eine Liste mit der Technik erstellt, die die Arbeit des Grenz-Teams erleichtern und effektiver machen soll. Dazu gehören zwei Schneemobile (je 6.000$), zwei Motorräder (Preis pro Stück 3.500-6.000$) und ein Satellitentelefon (1.300$ plus 600$ Jahresbeitrag). Da zurzeit keine Mittel für die Anschaffung der benötigten Fahrzeuge und des Satellitentelefons zur Verfügung stehen, hoffen die Mitarbeiter der Schutzgebiete auf Spenden und Unterstützung von außen.

Übernehmen Sie eine Patenschaft für die gefährdetste Großkatze der Welt


Chytridpilz- Amphibienhandel ließ tödliche Pilzvariante entstehen   22.03.2012

College London berichtet, dass sich der besonders tödliche Stamm des Chytridpilzes erst durch den globalen Handel mit Fröschen entwickelt hat. Die Wissenschafter haben in einer Studie das Erbgut von 20 Pilzproben aus Europa, Nord- und Zentralamerika, der Karibik und Südafrika verglichen. Dabei identifizierten sie drei Stämme, zwei davon kamen nur regional vor, in der Schweiz und in Südafrika. Doch der dritte Stamm, der sich auf allen fünf Kontinenten verbreitet und sich als tödlichster aller drei Pilzstämme erwiesen hat, konnte wahrscheinlich erst durch den Kontakt zuvor getrennter Populationen entstehen - denn er enthält die Gene aller zuvor bekannten Pilzstämme.
Die neuen Erkenntnisse erklären, warum Amphibienpopulationen von der Krankheit unterschiedlich stark betroffen sind. Denn die Stämme sind unterschiedlich aggressiv – der südafrikanische verursacht weitaus weniger Infektionen und Todesfälle als der rekombinante, viel aggressivere Stamm. Eine Erklärung dafür wäre eine Immunität, die zumindest einige Amphibien im Laufe der Zeit gegen den in ihrem Lebensraum existierenden Stamm bilden konnten. Doch diese Resistenz kann sie nicht gegen den neuen Pilzstamm schützen.
Die Genvergleiche führten zudem zu einer weiteren Erkenntnis. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich der tödlichste Pilzstamm erst in den 1970er ausgebreitet hat - mit dem Aufkommen des weltweiten Amphibienhandels.



Java-Nashorn in Vietnam ausgestorben   22.03.2012

Viele haben es schon befürchtet, jetzt aber ist es eine traurige Gewissheit – Ende Oktober wurde offiziell bestätigt, dass das Java-Nashorn in Vietnam endgültig ausgerottet wurde. Das letzte Tier wurde im April 2010 in dem Nationalpark Cat Tien tot aufgefunden – Wilderer hatten das Tier erschossen und sein Horn abgesäbelt. Dabei handelt es sich um Rhinoceros sondaicus annamiticus, das Annamiten-Nashorn, eine von drei Unterarten des Java-Nashorns.
Wissenschaftler haben über längerer Zeit gehofft, dass in dem Schutzgebiet mehrere Tiere überlebt haben. Um dies nachzuweisen wurden 2009/2010 Kotproben gesammelt, die genetisch untersucht wurden. Doch die Analyse von insgesamt 22 Proben ergab, dass sie alle von demselben Tier stammten – von dem im Frühling 2010 getöteten Tier. Seit diesem Zeitpunkt konnten keine weitere Dunghaufen oder Spuren eines Nashorns nachgewiesen werden. Damit ist man sich sicher, dass dies das allerletzte Exemplar war.

Das Java-Nashorn war früher im Südostasien weit verbreitet, drei Unterarten lebten auf dem Asiatischen Kontinent. Jetzt sind zwei ausgestorben. Von der letzten Unterart gibt es nur noch weniger als 100 Tiere, die meisten davon (etwa 40-60) leben im Süden von Java, in dem Ujung Kulon Nationalpark. Vor allem das Horn wurde den Tieren zum Verhängnis – in der traditionellen Medizin werden ihm Heilkräfte zugeschrieben und es bringt auf dem Schwarzmarkt ein Vermögen ein.